Mendelssohn Bartholdy: Elias

Am Samstag, den 25.11.2017 um 19:30 Uhr und am Sonntag, den 26.11.2017 um 17 Uhr stehen unsere nächsten großen Chorkonzerte gemeinsam mit der Kantorei an: ELIAS von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847).

Entstanden ist das zweiteilige Oratorium von 1844-46, überarbeitet wurde es 1847. Das Libretto folgt der Geschichte des Propheten Elias aus dem 1. und 2. Buch der Könige des Alten Testaments. Anlaß für das große Werk war das Birmingham Music Festival, wo es am 26. August 1846 uraufgeführt wurde. Von diesem Ereignis berichtete Mendelssohn seinem Bruder in einem Brief folgendermaßen:

“Noch niemals ist ein Stück von mir bei der ersten Aufführung so vortrefflich gegangen, und von den Musikern und den Zuhörern so begeistert aufgenommen worden, wie dies Oratorium. Es war gleich bei der ersten Probe in London zu sehen, daß sie es gern mochten und gern sangen und spielten, aber daß es bei der Aufführung gleich einen solchen Schwung und Zug bekommen würde, das gestehe ich, hatte ich selbst nicht erwartet. Wärst du nur dabei gewesen! Die ganze dritthalb Stunden die es dauerte, war der große Saal mit seinen 2000 Menschen, und das große Orchester alles so vollkommen auf den einen Punkt, um den sichs handelte, gespannt, daß von den Zuhörern nicht das leiseste Geräusch zu hören war, und daß ich mit den ungeheuren Orchester- und Chor- und Orgelmassen vorwärts- und zurückgehen konnte, wie ich nur wollte …”

Damals waren 125 Orchestermusiker und 271 Chorsänger beteiligt.

Da Mendelssohn mit Blick auf das Festival mit Hochdruck an diesem enormen Werk gearbeitet hatte, hielt er eine Überarbeitung für nötig. Die endgültige Fassung konnte das Londoner Publikum am 16. April 1847 unter der Leitung des Komponisten genießen. Es folgten weitere Konzerte in England.

Wer aufmerksam gelesen hat, bemerkt die Übereinstimmung dieses Erfolgsjahres in England mit Mendelssohns Todesjahr. Tatsächlich erfuhr er bei seiner Rückkehr von London nach Deutschland im Mai 1847 vom Tod seiner Schwester Fanny und brach zusammen. Ein halbes Jahr später, am 4. November 1847 verstarb Felix Mendelssohn Bartholdy mit jungen 38 Jahren infolge mehrerer Schlaganfälle in Leipzig, wenige Tage vor der Abreise zu einer Aufführung des umgearbeiteten Werkes in deutscher Sprache in Wien.

Ein kleiner Vorausblick auf unsere Konzerte, der die Spannung und Vorfreude steigert:

Egal, wohin man in diesem Oratorium schaut: Die kompositorische Raffinesse funkelt und blitzt in jeder Nummer auf und führt uns, ob gläubig oder nicht, zu Hass, Furcht, Zweifel, Verwirrung, Zuversicht, Trost – kurz: zu gerade jenen Gefühlen, die das moderne Leben wieder mehr denn je prägen.

Zum Schluß die Gebrauchsanweisung für Zuhörer: Einfach zwei Stunden lang eine Auszeit nehmen, den Alltag vor der Tür lassen, die Augen schließen, sich fallen und davontragen lassen von einer unfassbar reichen Musik, die auch 170 Jahre nach ihrer Entstehung so unmittelbar zum Herzen spricht wie kaum eine andere. Hoffnung tanken. (- Andreas Meyer)

Die Besprechung der Konzerte in der Esslinger Zeitung hier:

1 Kommentar »

admin am 11. November 2017 in Allgemein

1 Kommentar zu “Mendelssohn Bartholdy: Elias”

  1. admin schrieb am 09 Feb 2018 um 18:12 #

    Fehlerkorrektur: Die Sopranistin heißt Christine Reber.

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